Das Forschungsinstitut für Patriarchatskritik und alternative Zivilisationen FIPAZ e.V. wurde 2007 als gemeinnütziger Verein gegründet. Es bezweckt die theoretische und empirische Erforschung sämtlicher gesellschaftlicher Grundverhältnisse des Patriarchats, das sowohl in seiner historischen Herkunft als auch in seiner gegenwärtigen Verfasstheit als "kapitalistisches Weltsystem" analysiert und kritisiert wird. Zu den gesellschaftlichen Grundverhältnissen zählen das Naturverhältnis, das Politikverhältnis, das Geschlechterverhältnis, das Generationenverhältnis und das Transzendenzverhältnis. Zudem bezweckt es die Erforschung noch bzw. wieder bestehender nicht-patriarchaler Organisationsformen und Gemeinschaften, die dem Patriarchat als "alternative Zivilisationen" (sog. Matriarchate) gegenübergestellt werden. Deren Grundregeln und Verhaltensnormen der Natur und dem Leben gegenüber können als Vorbild für die Lösung der gegenwärtigen globalen weltgesellschaftlichen Probleme betrachtet werden. Das Institut sieht sich als außerakademisch-informelle Forschungs- und Begegnungsplattform zur Entwicklung und Praktizierung neuer wissenschaftlicher Methoden. Ziel ist die fortlaufende Bereitstellung von Forschungsergebnissen zur Erweiterung und Vertiefung des öffentlichen Problembewusstseins in Bezug auf die zerstörerischen Folgen patriarchaler Organisationsformen.


Aktuelles


"Die Wahrnehmung von Frauen in westlichen und muslimischen Gesellschaften" - Vortrag von C. Werlhof zur gleichnamigen Vernissage in München

Im Westen werden Frauen nicht in 1. Linie unter dem Aspekt ihres potentiellen oder aktuellen Mutter-Seins betrachtet. Sie werden in der Öffentlichkeit auch nicht unbedingt als Mitglied einer Familie wahrgenommen, als eine Person, die unter männlichem oder allgemein sozialem Schutz und/oder ebensolcher Kontrolle steht. Sondern die Frauen hier erscheinen im Prinzip als freie, frei-gesetzte Individuen und mögliche Objekte der Begierde, sei es als Arbeitskraft, sei es als Sexualwesen. Oder aber sie erscheinen als geschlechtsfernes Neutrum, das noch als Arbeitskraft Verwendung finden mag.
Dies ist in muslimischen Ländern durchaus nicht, oder noch nicht der Fall. Dort werden Frauen vor allem als potentielle Mütter gesehen, die immer in einen familiären Zusammenhang gehören, der dauerhaft für Schutz nach außen und gerade auch eine Kontrolle durch die männlichen Mitglieder sorgt, -daneben natürlich auch als Sexualwesen und Arbeitskraft. Nie jedoch als nur dies oder gar als Geschlechts-Neutrum.

Link zum Text: [KURZVORTRAG MÜNCHEN]
Posted on 21 Feb 2014 by admin
"Das Ende des Patriarchats" - Claudia von Werlhof im Interview, nexworld.tv
Posted on 22 Dec 2013 by admin
Bericht zur experimentellen Tagung "Das Patriarchat und ich - der unerkannte Kern der Krise": Die Tagung hat stattgefunden, das Experiment nicht - es wurde verhindert, und zwar u.a. durch "Mortifikation"

Welch´ eine Bestätigung der Kritischen Patriarchats Theorie, KPT – aber im Negativen: Sie stimmt auch dann, wenn es um sog. Alternativen geht…!

Die Tagung, die wir über 1 Jahr lang vorbereitet hatten, ist gründlich schiefgegangen. Es erwies sich, dass die erst 3, dann 2 Mitwirkenden im Vorbereitungsteam offenbar andere, mir nicht mitgeteilte Interessen verfolgten. So wurde u.a. die HOLON-Gruppe, die nicht von mir betreut wurde, gar nicht wirklich über die Tagung und ihre Inhalte informiert, bzw. hat sich nicht informiert, und kam praktisch unvorbereitet an. Im Nachhinein kommt mir das so vor, als sollte ich den Kopf hinhalten für ein nicht erklärtes Experiment hinter meinem Rücken, nämlich das, ob die Männer dieser Gruppe – vor allem Gurus von HOLON und anderen Bewegungen – sich überhaupt auf das Thema einlassen würden. Daran hätte man dann sehen können, ob man mit den neuen Begriffen in den Bewegungen überhaupt etwas würde machen können oder eben nicht. Ziel war offenbar, den Patriarchats- und Matriarchats-Begriff nicht im Zusammenhang mit dem neuen Ansatz der KPT, sondern jenseits davon als „Salz in der Suppe“ der schon bestehenden Bewegungen als Neuerung einzuführen, sozusagen „mortifiziert“ auf Matriarchat „light“ und Patriarchat „light“, und dabei je einzeln-unverbunden und ohne inneren/größeren Zusammenhang. [...]

Texte zum downloaden:

Bericht zur Tagung: [BERICHT]

Begründung der Tagung: [BEGRÜNDUNG]

Vorlesung I: Patriarchat: [PATRIARCHAT]

Vorlesung II: Matriarchat: [MATRIARCHAT]
Posted on 08 Dec 2013 by admin
Festschrift zum 70. Geburtstag von Claudia von Werlhof erschienen



Anlässlich des 70. Geburtstags von Prof. Claudia von Werlhof wurde am 17. Mai feierlich die Festschrift mit dem Titel "Verantwortung - Anteilnahme - Dissidenz. Patriarchatskritik als Verteidigung des Lebendigen" überreicht.

Die Festschrift enthält deutsch- und englischsprachige Beiträge von langjährigen FreundInnen, WeggefährtInnen, Geistesverwandten aber auch KritikerInnen der Jubilarin. Sie verdeutlichen, aus welchem internationalen Umfeld und Kontext heraus Claudia von Werlhof die «Kritische Patriarchatstheorie» begründet und weiterentwickelt hat. Die enthaltenen Artikel lassen sich in einem breiten Spannungsfeld zwischen Weltsystemanalyse, Subsistenzperspektive, Technik- und Wissenschaftskritik, Patriarchatskritik sowie Matriarchatsforschung einordnen und zeigen die unterschiedlichen Herangehensweisen an die Analyse der gegenwärtigen Zivilisationskrise auf. Gleichzeitig bleiben sie der dringlichen Frage geschuldet, wie Verantwortung, Anteilnahme und Dissidenz als Wegweiser in eine lebensfreundliche Alternative verinnerlicht und gelebt werden können.

Aus dem Inhalt:
Renate Genth: Laudation für Claudia – Gustavo Esteva: Nuestra Claudia - Our Claudia – Mariam Irene Tazi-Preve: Vom «Widerständig-denken-Lernen» bei meiner Doktormutter Claudia von Werlhof zur patriarchatskritischen Familientheorie – Ursula Scheiber: Die Berge und das Leben. Ein persönlicher Rückblick an den Anfang – Immanuel Wallerstein: World-System Analysis and Critical Theory of Patriarchy – Barbara Alice Mann: The Raid – Veronika Bennholdt-Thomsen: Von Frauenforschung und Frauenstudien zu Gender Studies – Jörg Becker: Der Missbrauch von Frauen in der Kriegsbildberichterstattung – Andreas Exenberger: Als ein Industrietycoon den Dschungel besiegen wollte und der Dschungel etwas dagegen hatte – Vandana Shiva: The Master’s New Mask: The Green Economy – Silvia Federici: Feminism and the Politics of the Commons – Maria Mies: No Commons without a Community – Farida Akhter: Resisting Capitalist Patriarchy: The Nayakrishi Way – Christa Müller: Wenn die Bauern wiederkommen - revisited – Renate Genth: Vom alten Naturverhältnis zur modernen Naturwissenschaft – Mortifikation als systemische Methode – Simone Wörer: Homo transformator und die Krise der Weiter-Gabe – Elisabeth List: Was heißt «Leben»? Biopolitik, Biotechnologie und die Frage nach dem Lebendigen – Mathias Behmann: Natur und Leiblichkeit bei Heidegger und Descartes - Patriarchatskritische Überlegungen zu einer Rehabilitation «vorkritischer» Metaphysik – Werner W. Ernst: «Negativität», «Trennung» und «vorlaufender Zusammenhang» – Heide Göttner-Abendroth: Die philosophischen Grundlagen der Modernen Matriarchatsforschung – Kurt Derungs: Kontinuität, Diskontinuität und animistische Naturphilosophie – Genevieve Vaughan: Shifting the Paradigm to a Maternal Gift Economy.

Bestellen: PETER LANG VERLAG
Posted on 01 Jun 2013 by admin
DAS PATRIARCHAT UND ICH - Der unerkannte Kern der Krise

Experimentelle Tagung/Intensiv-Seminar vom 7.-11. August 2013 in Bad Zwesten, Haus Ebersberg/Hessen im Bereich der Politischen Bildung, Matriarchats- und kritischen Patriarchatsforschung sowie Soziotherapie

Info: der Anmeldetermin wurde auf Mitte Mai verschoben

Tagungstexte lesen: [Das Patriarchat und Ich]
Posted on 20 Apr 2013 by admin

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