Das Forschungsinstitut für Patriarchatskritik und alternative Zivilisationen FIPAZ e.V. wurde 2007 als gemeinnütziger Verein gegründet. Es bezweckt die theoretische und empirische Erforschung sämtlicher gesellschaftlicher Grundverhältnisse des Patriarchats, das sowohl in seiner historischen Herkunft als auch in seiner gegenwärtigen Verfasstheit als "kapitalistisches Weltsystem" analysiert und kritisiert wird. Zu den gesellschaftlichen Grundverhältnissen zählen das Naturverhältnis, das Politikverhältnis, das Geschlechterverhältnis, das Generationenverhältnis und das Transzendenzverhältnis. Zudem bezweckt es die Erforschung noch bzw. wieder bestehender nicht-patriarchaler Organisationsformen und Gemeinschaften, die dem Patriarchat als "alternative Zivilisationen" (sog. Matriarchate) gegenübergestellt werden. Deren Grundregeln und Verhaltensnormen der Natur und dem Leben gegenüber können als Vorbild für die Lösung der gegenwärtigen globalen weltgesellschaftlichen Probleme betrachtet werden. Das Institut sieht sich als außerakademisch-informelle Forschungs- und Begegnungsplattform zur Entwicklung und Praktizierung neuer wissenschaftlicher Methoden. Ziel ist die fortlaufende Bereitstellung von Forschungsergebnissen zur Erweiterung und Vertiefung des öffentlichen Problembewusstseins in Bezug auf die zerstörerischen Folgen patriarchaler Organisationsformen.


Aktuelles


Bericht zur experimentellen Tagung "Das Patriarchat und ich - der unerkannte Kern der Krise": Die Tagung hat stattgefunden, das Experiment nicht - es wurde verhindert, und zwar u.a. durch "Mortifikation"

Unter diesen Bedingungen hätte ich die Tagung von mir aus gar nicht gemacht. Sondern erklärtes Ziel im Vorbereitungsteam war es ja –sozusagen offiziell – gewesen, nur bestens informierte und für die KPT engagierte Personen zusammenzubringen! Nur hat sich außer mir niemand daran gehalten.
Das 2.Problem bestand darin, dass die Moderation das ebenfalls nicht offen gelegte, kontraproduktive Ziel verfolgte, alle Reaktionen sofort zu kanalisieren und unter Kontrolle zu bekommen, ja abzutöten (zu „mortifizieren“). Auf diese Weise wurden meine „Vorlesungen“, die wie vereinbart zum Thema Matriarchat und Patriarchat, s. anbei, zunächst stattfanden, im Anschluss sofort „kassiert“. D.h., es wurde keine Debatte zugelassen, die dem Aufruhr und dem enormen Interesse, das bei ihnen entstand, entsprochen hätte. Stattdessen wurden sie sozusagen ungeschehen gemacht, indem alle Energie organisatorisch aufgelöst wurde, Mann sozusagen wieder zur Besinnung kam und „zur Tagesordnung“ übergegangen werden konnte, so, als wäre nichts geschehen.
Diese Tagesordnung hatten wir zwar im Vorhinein gemeinsam geplant, aber – aus meiner Sicht - mehr für den Fall, dass Flexibilität erforderlich war oder Lücken zu füllen gewesen wären, nicht aber, um die inhaltliche Diskussion gerade zu verhindern!
Nicht alle, im Gegenteil, die wenigsten, waren einverstanden mit dem, was da ablief. Aber ihr mehr oder weniger heftiger Protest setzte sich nicht durch, denn Moderation und Mitorganisator verweigerten beinhart ein Einlenken und ein den Interessen dieser TeilnehmerInnen angemessenes Umorganisieren.
Ich selbst mischte mich zwar ein, aber zunächst nicht energisch genug, weil ich nach meinem „Part“ erst einmal in die Reihen zurücktrat. Jetzt waren sozusagen die anderen dran. Es gab ja genug zu tun, die Vorschläge lagen auf dem Tisch. Auch verstand ich mangels Erfahrung mit derartigen Machenschaften und der Voraussetzung, unter der ich das Ganze mitorganisiert hatte, nicht sofort, was da eigentlich passierte und vor allem, warum. Es wollte mir nicht einleuchten, warum die Mitorganisatoren, denen ich ja vertraut hatte, das Gegenteil von dem wollten und taten, wie ich, bzw. wie wir es angeblich gemeinsam tun wollten. Erst am Ende wurde mir wirklich klar, was geschah, und ich konnte mich noch entsprechend äußern. Dadurch kam der schwelende Konflikt zum Ausbruch. Das hatte entsprechende Folgen: diejenigen, die von Anfang an protestiert hatten, vor allem Frauen, fühlten sich bestätigt, und die anderen, vor allem die meisten Männer von HOLON und die Mitorganisatoren, natürlich nicht. Daraus folgte selbstverständlich auch, dass es sicher keine Wiederholung oder Weiterarbeit miteinander geben würde.
Aber am meisten hat mich überrascht, wie angeblich alternativ gesonnene Menschen in Wahrheit das Gegenteil sein können. Es ist, als ob Teile der sog. Alternativbewegung bereits re-integriert wurden/werden und nun lediglich die Fortwälzung des Systems in die Zukunft vorbereiten bzw. auf die „weichen“, früher „weiblichen“ Gebiete ausdehnen: die „des Herzens“!!! Die neue Front ist die Psyche, das Miteinander, die Gemeinschaft, „das Bewusstsein“… Der Post-Proletarier findet sein gegenwärtiges Aktions- und Machtfeld – sofern er nicht an die politische Macht kommt – in einer neuen „Hauswirtschaft“! (so etwas Ähnliches habe ich schon 1981 in „Der Proletarier ist tot. Es lebe die Hausfrau?“ kommen sehen).
Man kann es natürlich auch so interpretieren, dass z.B. HOLON überhaupt keine Alternativbewegung ist. Im Gegenteil, es wird damit vielleicht nur versucht, andere Bewegungen zu „vernetzen“, also einzufangen und sozusagen „unschädlich“ zu machen. Waren die HOLON-Gurus also angereist, um auch uns eventuell zu „integrieren“? (vgl. die Texte des Holon-Theoretikers Ken Wilber).
Dass das nicht nur bei unserer Tagung so war, habe ich später im Sommer noch einmal bei einer Massenveranstaltung mit 900 Leuten erlebt, dem Kongress „Ereignishorizont. Wissenschaft trifft Spiritualität. Die Synthese“ am 7.9. in Heidenheim, wo (außer mir und meinem dabei völlig unpassenden Mini-Auftritt) nur männliche Alternativ-Gurus aus aller Welt sprachen und sich dabei ständig an unsere Herzen und Bewusstsein/e wandten… (vgl. www.seminare-mit-seele.de).
Ich habe inzwischen vom Doku-Team unserer Tagung die Festplatte mit 12 Stunden Aufnahmen geschickt bekommen. Dort kann man vieles, wenn auch längst nicht alles, ansehen und –hören. Je nachdem, wie die 30 minütige Kurz-Doku davon am Ende ausfällt, könnte man mit der Festplatte noch einmal ans Werk gehen.
Im Anschluss hier noch einmal die Begrünung der Tagung sowie meine beiden Vorlesungen: man kann ihnen leicht entnehmen, unter welchen Voraussetzungen sie entstanden, nämlich den „offiziell“ als Gründe für die Tagung angegebenen und damit eine Kenntnis und Sympathie für die KPT annehmenden.
Es gibt darüber hinaus 3 nicht veröffentlichte Texte, in denen ich die Erfahrung des misslungenen Experiments einmal aus der Innen-, einmal aus der Außen-Perspektive und einmal als Abschluss (Antwort auf die Analyse des Mitorganisators) formuliert habe.
Was bleibt, ist das Thema, um das es hätte gehe sollen!
Vielleicht können die daran Interessierten sich 2014 einmal informell treffen, um weiterzukommen mit der Frage:
In welcher Situation leben wir heute eigentlich?
In welche neue, bisher völlig undenkbare Dimension sind wir inzwischen katapultiert worden – nämlich die „planetare“ -
und was folgt daraus: für unser Denken, Sprechen, Fühlen und schließlich – Handeln?

Texte:
1. Begründung der Tagung
2. Vorlesung Matriarchat
3. Vorlesung Patriarchat
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Posted on 08 Dec 2013 by admin
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